ICH BIN EIN BERLINER FESTIVAL

the monthly festival at SO36
16.03.
2012

Season 3 / #4

 

LIVE


BLOCKFLÖTE DES TODES & TOURETTE TRANSEN


subversive german voice pop


leading us through the abyss of german absurdities with his fipple flute and crude band


Stefan Raab meinte beim Bundesvision­songcontest zum mehr als würdigen Sachsenvertreter: „Da müsst ihr mal auf die Texte hören, liebe Leute!“ Wider allen Prognostikern, die seit dem Barock aus ihren Löchern gekrochen sind, ist die Blockflöte endlich wieder ein „angesagtes“ Instrument. In Berlin herrscht Gitarristenmangel, Blockflöten-Orchester schießen wie Gänseblümchen aus dem Boden. In dieser Zeit ist die Blockflöte des Todes alias ­Matthias Schrei ein unscheinbarer Schmutzfleck auf der Picknickdecke moderner Rockmusik. Ein Mann, eine Gitarre, eine Blockflöte, ein kaputter Fön und eine krude Begleitband.

www.blockfloetedestodes.de

 


CAPTAIN CAPA


nurave, electro-escapades and a glimmering voice


presenting songs from their new album with choruses smelling strangely like city lights


Mit dem Sound tausend geplagter Teenager-Seelen und einem starken Debut-Album in der Tasche zogen Sie durch die Lande, wo sie sich nicht selten die Bühne mit der Brut der Audiolith-Großfamilie teilten: Die Kollegen von Supershirt, Ego­tronic, Bratze, Frittenbude oder Juri Gagarin werden zu Freunden. Es brechen hier Emo-Gitarren, Brit-Pop-Gesänge und Eighties-Synthies ineinander, ohne rot zu werden. Furchtlos dick aufgetragen, werden hier melodramatische Hymnen zwischen 1987er Großraumdisco, 1998er Screamo-Gig und 2012er Indie-Floor geschmiedet. Eifersucht, Betrug und verkappte Liebeleien dominieren die Texte.

www.audiolith.net/captain-capa

 


KÄPT’N RUMMELSNUFF & MATROSE BUTZ


accordion chansons on steroids


our favourite capt’n in collaboration with the virtous sailing ­accordionist butz

Normalerweise klopft uns der Kapitän mit Wärme und warmer Wucht von vorne mit jener eisernen Strommusik nicht gerade sachte auf die Mütze. Heute erscheint er aber mit Matrose Butz („Salzig schmeckt der Wind“) – einer der die Knopfleisten seines Schifferklaviers auch bei starkem Seegang behände zu bespielen weiss. Selbst Shantygegner ertappen sich beim Schunkeln, wenn sie der rauschenden Darbietung lauschen dürfen. Hans Albers hätte sich vor Neid entleibt. Zum Troste des Verblichenen, wird Ihm anständig Tribut gezollt – doch auch Freddy Quinn, Gilbert Bécaud und Rammstein gewanden sich durch diese freimatrosige Interpretation frisch.

www.myspace.com/rummelsnuff

 


KALEID


wave house tech


dark and synthetic melodies supported by an army of synthesizers and a captivating voice

Ein mehr als recht frisches Lüftchen umweht dieses brandneuheisse Duo, wenn Herr Electrosexual alias Romain ­Frequency auf seine gefährlichen Elektroknöpchen drückt und Miss Dora E. einmalig stimmgewaltig großartige und außergewöhnlich schlaue Bonmots gekonnt aus Ihrem Titaniumkehlchen hervorperlen lässt. Hier trifft herausragende Dance­electroattitude auf brillanten schier überhousigen Sing­SungSang, hier kollidiert das klirrendste von Joy Division mit dem schmusig-schmissigsten von Gorgio Moroder. Prädikat der juchzenden Pfauen, Wölfe, Hähne und Löwinnen: Gaaaaaaaaaaaaaanz gorgious!

www.myspace.com/kaleidkaleid

 


DJ


Gloria Viagra


Sie ist so etwas wie Rosa Luxemburg, das Brandenburger Tor, die Sphinx und unsere interlokale Madonna in einem. Das größte lebendige PolittransensangesplattenauflegerInnengesamtkunstkultwerk. Aus abermyriaden von brillanten Tanznummern zaubert sie uns ein feines Elektroset, auf dass das Dusk den Dawn vom Hofe treibt.


 

Ich bin ein Berliner Family


Berlin, Paris / excessive electro queer circus&roll


David Maars


Der freche Platzblanchemann bringt das Kunstwerk fertig, schnittigen, angepunkten Indietronix zu spielen, der auch noch tief ins Elektronische reindippt. Glänzend funkelt sein glitzerndes Bastardset und treibt uns aus den Ritzen und Ecken hin zum Sehnsuchtsfluchpunkt.


Emmanuelle 5


In seiner Rolle als Plattenunterhalter schlägt der Dead Sexy Inc. Gitarrist andere Wege ein als mit den räudigen Rock n Rollern seiner brillanten Band. Aber nicht weniger geniale. Er erweitert das wahnsinnige Dancefloortreiben um ein paar schöne Stilblüten – Wonderwave, Punkrokokorock und wurligen Queerbeat at its allerbest!


Andreas Schwarz


Ein frenetischer Vocalsamurai mit viel Schwert in der Gosch. Schwarz ist der grausige Galan für verwirrende Spontangalas aus dem frohen Himmelreich der Neuropathologien Zentraleuropas. Ein verstörender Lautschrauber, der dem kollektiven Hirnfick Schnäppchen schnuppernd von der Wippe wuppt.